
6 Plattformen, die ein ERP-System sinnvoll ergänzen
Ein ERP-System bildet das digitale Fundament eines wachsenden Unternehmens. Es vereint Finanzen, Beschaffung, Lagerverwaltung, Fertigung und Personalwesen in einer zentralen Lösung, sodass sämtliche Abteilungen mit denselben aktuellen Informationen arbeiten. Sein vollständiges Potenzial erreicht jedoch auch ein leistungsstarkes ERP erst durch die Anbindung geeigneter Spezialanwendungen.
Keine ERP-Lösung kann jede betriebliche Anforderung in gleicher Qualität erfüllen. Der Vorteil moderner ERP-Plattformen besteht deshalb nicht darin, sämtliche Aufgaben selbst abzudecken, sondern sich reibungslos mit spezialisierten Lösungen zu verknüpfen. Diese sechs Plattformen ergänzen ein ERP-System besonders wirkungsvoll.
1. Sage ERP: Zentrale Lösung für Unternehmensressourcen
Sage stellt ERP-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen bereit, die auf die Bedürfnisse des deutschen Mittelstands ausgerichtet sind. Sage 100 eignet sich für mittelständische Unternehmen mit individuellen Anforderungen, während Sage X3 wachsende und international aktive Betriebe unterstützt. Die ERP-Plattformen von Sage bündeln Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft, Produktion, Einkauf und Vertrieb in einem integrierten System.
Dank der offenen Architektur lassen sich externe Anwendungen und Systeme unkompliziert an Sage ERP anbinden. Damit bleibt das ERP keine isolierte Lösung, sondern fungiert als vernetzender Kern eines digitalen Unternehmens.
Warum das wichtig ist: Ein leistungsfähiges ERP schafft die Basis für Transparenz, effiziente Abläufe und fundierte Entscheidungen in allen Bereichen eines Unternehmens.
2. Boomi oder MuleSoft: Plattform für Integrationen
Auch nach der Auswahl einzelner Lösungen wird eine Ebene benötigt, die diese zuverlässig miteinander verknüpft. Integrationsplattformen wie Boomi oder MuleSoft automatisieren Datenflüsse zwischen dem ERP und weiteren Systemen, ohne umfangreiche individuelle Entwicklungen erforderlich zu machen.
Wird im CRM ein neuer Auftrag angelegt, gelangt dieser automatisch in das ERP. Meldet das HR-System eine Neueinstellung, aktualisiert sich die Personalkostenplanung im ERP. Sobald das Lager einen Bestand bucht, erscheint dieser unmittelbar in der Finanzbuchhaltung. Eine sauber aufgebaute Integrationsarchitektur verbindet einzelne Anwendungen zu einem durchgängigen System.
Warum das wichtig ist: Vernetzte Systeme stellen konsistente und aktuelle Daten für alle Unternehmensbereiche bereit und vermeiden zeitaufwendige sowie fehleranfällige manuelle Datenübertragungen.
3. Personio: Plattform für HR
In den meisten Unternehmen stellen Personalkosten den größten Kostenblock dar. Ohne Verbindung zwischen HR-Daten und Finanzsystem arbeitet die Finanzabteilung stets mit nicht mehr aktuellen Personalkosteninformationen. Personio ist eine speziell für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelte HR-Plattform, die sich nahtlos an ERP-Systeme anbinden lässt.
Einstellungen, Gehaltsänderungen und Austritte werden automatisch in die Finanzdaten übernommen. Die monatliche Lohnabrechnung synchronisiert sich mit der Buchhaltung. Da die Daten fortlaufend aktuell bleiben, lassen sich Personalplanung und Budgetierung wesentlich genauer gestalten.
Warum das wichtig ist: Aktuelle Angaben zu Personalkosten im ERP unterstützen eine präzisere Budgetplanung sowie bessere Entscheidungen zu Wachstum und Ressourceneinsatz.
4. Salesforce: CRM-Plattform
Sind Vertriebs- und Finanzdaten auf getrennte Systeme verteilt, entsteht eine Differenz zwischen dem Wissensstand des Vertriebsteams und den Daten, die der Finanzabteilung tatsächlich vorliegen. Salesforce gilt als weltweit führende CRM-Plattform und kann über Schnittstellen direkt mit Sage ERP verbunden werden.
Im CRM erstellte Angebote werden als Aufträge an das ERP übergeben. Rechnungen aus dem ERP sind unmittelbar im CRM verfügbar. Die Vertriebsleitung erkennt in Echtzeit, welche Aufträge sich in Produktion oder Auslieferung befinden, während die Finanzabteilung sieht, welche Umsätze die Pipeline für den kommenden Monat erwarten lässt.
Warum das wichtig ist: Die Verknüpfung von CRM und ERP verbindet kommerzielle Aktivitäten mit ihren finanziellen Folgen und schafft eine verlässlichere Grundlage für Umsatzprognosen.
5. Slimstock oder Inform: Plattform für Supply-Chain-Management
Für Händler und produzierende Unternehmen kann die Anbindung eines ERP-Systems an eine spezialisierte Supply-Chain-Management-Lösung ein wesentlicher Effizienzhebel sein. Plattformen wie Slimstock oder Inform unterstützen eine genauere Bedarfsplanung, verbessern Lagerbestände und verringern sowohl Überbestände als auch Engpässe.
Fließen Bestands- und Lieferinformationen in Echtzeit in das ERP, erhalten Einkaufs- und Produktionsentscheidungen eine verlässlichere Datengrundlage. Dies senkt Kosten und stärkt die Lieferfähigkeit gegenüber Kunden.
Warum das wichtig ist: Ein optimiertes Supply-Chain-Management senkt Lagerkosten, erhöht die Liefertreue und verbessert die Reaktionsfähigkeit bei Marktveränderungen.
6. Tableau oder Power BI: Plattform für Business Intelligence
ERP-Systeme eignen sich hervorragend für die Speicherung und Verwaltung von Daten. Für deren visuelle Darstellung und umfassende Analyse sind jedoch spezialisierte Business-Intelligence-Werkzeuge erforderlich. Tableau und Power BI lassen sich direkt mit Sage ERP verbinden und helfen Führungskräften sowie Controllingteams dabei, Finanzkennzahlen in aussagekräftigen Dashboards abzubilden.
Statt Berichte über Stunden manuell aus dem ERP zu exportieren und in Tabellen aufzubereiten, stehen die wichtigsten Kennzahlen in Echtzeit, aktuell und ansprechend visualisiert bereit – ohne zusätzlichen Aufwand.
Warum das wichtig ist: Verständlich und visuell aufbereitete Daten werden tatsächlich in Entscheidungen einbezogen. Business Intelligence verleiht dem ERP damit strategischen Nutzen.
Häufige Fragen
Ab wann sollte ein Unternehmen einen Wechsel zu einem ERP-System prüfen?
Mehrere eindeutige Hinweise können darauf hindeuten, dass ein Unternehmen seinen bisherigen Systemen entwachsen ist: Der Monatsabschluss nimmt mehr Zeit in Anspruch als nötig, wichtige Kennzahlen müssen manuell aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen werden, Abteilungen arbeiten mit abweichenden Datenständen oder das Unternehmenswachstum verursacht einen unverhältnismäßig hohen administrativen Aufwand. Treffen zwei oder mehr dieser Punkte zu, sollte eine ERP-Evaluation erfolgen.
Wie viel Zeit nimmt die Einführung eines ERP-Systems normalerweise in Anspruch?
Wie lange die Implementierung dauert, richtet sich maßgeblich nach Unternehmensgröße und Komplexität der Anforderungen. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen beträgt sie üblicherweise drei bis sechs Monate. Entscheidend für einen erfolgreichen und fristgerechten Abschluss sind ein erfahrener Implementierungspartner mit Branchenkenntnissen sowie ausreichende interne Ressourcen für das Vorhaben.
Kann ein ERP-System sämtliche anderen Softwarelösungen im Unternehmen ersetzen?
Nein. Moderne ERP-Systeme sind dafür konzipiert, mit spezialisierten Lösungen in anderen Bereichen zusammenzuarbeiten, anstatt jede Funktion selbst abzubilden. Ihre Stärke liegt in einer offenen Architektur, über die sich CRM-, HR-, BI- und weitere Systeme nahtlos anbinden lassen. Den größten Nutzen erzielen Unternehmen, wenn sie das ERP als zentralen Datenkern verstehen, der die übrigen Systeme miteinander verbindet.
Cloud-ERP oder lokale Installation: Welche Option ist sinnvoller?
Cloud-ERP-Lösungen ermöglichen geringere Einstiegskosten, automatische Aktualisierungen und ortsunabhängigen Zugriff, ohne den Betrieb einer eigenen IT-Infrastruktur. Lokale Installationen bieten stärkere Kontrolle über die IT-Umgebung, setzen allerdings eigene Hardware und regelmäßige Wartung voraus. Für die meisten mittelständischen Unternehmen stellt eine Cloud-Lösung heute die wirtschaftlichere und zukunftssicherere Alternative dar.
Woran erkennt man den passenden Implementierungspartner für ein ERP-Projekt?
Ein Implementierungspartner sollte Erfahrung in der jeweiligen Branche nachweisen, Referenzen vergleichbarer Unternehmen vorlegen und ein nachvollziehbares Projektmodell mit definierten Meilensteinen anbieten. Ebenso entscheidend ist seine Fähigkeit, auch nach dem Go-live zuverlässig zu unterstützen. Eine vorherige Bewertung mit konkreten Fragen zur Projektmethodik und zum Supportmodell liefert meist aussagekräftige Hinweise.

